Montag, 19. November 2012

Honig - Ein hochwirksamer Bakterienkiller

Der Honig hatte in der menschlichen Kultur schon immer eine grosse Bedeutung. Bereits in der Bibel ist die Rede vom berühmten " Land, darin Milch und Honig fliessen". Niemand weiss genau, wie lange der Mensch schon Honig sammelt. Wahrscheinlich ist, dass er sich schon in der Steinzeit zu diesem Zweck an Bienenwaben zu schaffen machte. Historisch abgesichert ist jedoch, dass seit etwa 8000 Jahren Imkerei betrieben wird. 

Heilwirkung

Honig besteht zu 75 bis 79% aus Zucker und zu 14 bis 18% aus Wasser. Des Weiteren enthält er Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe. Wissenschaftliche Studien bestätigen antibiotische Effekte des Honigs gegen den Erreger Helicobacter pylori, der bei diversen Magenerkrankungen von Mangenschleimhautentzündung bis Magengeschwür eine Rolle spielt. Vor allem reagieren jedoch jene Mikroorganismen empfindlich auf Honig, die bei Wundinfektionen zu finden sind, wie beispielsweise Staphylokokken und Pseudomonasbakterien. Das nahrhafte Bienenprodukt wirkt nicht nur antibiotisch, es verhindert aufgrund seiner starken Wasserbindekraft auch, dass die Auflage an der Wunde kleben bleibt. 

Worauf beruhen die antibiotischen Eigenschaften?

Ziel der Biene ist es in erster Linie, den Honig haltbar zu machen und ihn vor der Vergärung zu schützen. So fügt sie dem Honig diverse Substanzen zu, um ihr Ziel zu erreichen. Eine Untersuchung aus Holland hat einige der Hintergründe der antibakteriellen Wirksamkeit aufgedeckt.  


Osmotischer Effekt

Wird Honig auf eine bakteriell infizierte Wunde gegeben, trifft er auf eine Umgebung, in der im Gegensatz zum Honig nur wenig Salz und Zucker in relativ viel Wasser gelöst sind. Es entsteht ein Konzentrationsgefälle, welches sich auszugleichen versuchen. Somit entzieht der Honig der Wunde das Wasser. Dies beeinträchtigt auch die Bakterien, da durch ihre Hülle Wasser entzogen wird. Sie trocknen aus, werden lebensunfähig und können sich nicht weiter verbreiten. Dieser osmotische Effekt ist von grösster Bedeutung, wie man aus Untersuchungen von Bakterien, die für Magengeschwüre verantwortlich sind weiss (Helicobacter pylori, Osato et al., 1999).


Wasserstoffperoxid

Wasserstoffperoxidlösungen sind in der Medizin schon lange zur Wundreinigung im Einsatz.  Es ist gegen fast alle Bakterienarten wirksam. Verdünnt sich der Honig (siehe Osmose), wird von dem Enzym Glucoseoxydase weiteres Wasserstoffperoxid produziert, welches tödlich auf die Bakterien wirkt (Kwakman et al., 2010)


Defensin

Defensine dienen der Abwehr vom mikrobiellen Erregern und kommen in tierischen Organismen sowie in höheren Pflanzenformen vor. Defensine werden auch von den Bienen produziert und haben verschiedene Wirkungsmechanismen. Viele destabiliseren die Bakterienmembran, einige stören die Eiweisssynthese (Jenssen et al., 2006). Defensine lassen sich auch im Honig nachweisen und erklären damit die Wirkung von Honig gegen Viren und Bakterien (Kwakman et al., 2012).


ph-Wert

Der ph-Wert von Honig liegt zwischen 3,8 bis 4,3 und ist somit im sauren Bereich. Der niedrige pH-Wert beruht auf der Anwesenheit von etwa 30ig verschiedenen organischen Säuren im Honig (Mato et al., 2003). Man geht davon aus, dass diese Säuren direkt oder über den ph-Wert das Wachstum von Bakterien auch in Wunden verhindern. 


Honig zur Wundheilung


Honig hilft bei chronischen Wunden besser als moderne Antibiotika. Unter chronischen Wunden versteht man Wunden, die nicht innert üblicher Zeit abheilen oder immer wieder aufbrechen. Selbst chronisches Wunden, die mit multiresistenten Bakterien infiziert sind, heilen gut mit dem sogenannten Medizinal-Honig. "Der Honig liefert sich in dieser Hinsicht sogar ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Antibiotikum Mupirocin - das ist momentan das lokale MRSA-Antibiotikum der Wahl. Das zeigt eine Studie, die kürzlich von Forschern in Australien veröffentlicht wurde. In einem Punkt war Medihoney seinem Konkurrenten sogar überlegen: Die Bakterien entwickelten im Laufe der Behandlung keine Resistenz gegen das Naturprodukt" (http://www.ukb.uni-bonn.de)Medihoney sorgt für eine rasche Wundheilung, das abgestorbene Gewebe wird schneller abgestossen und die Wundpflege beim Verbandwechsel wird vereinfacht: Der Verbandswechsel bereitet praktisch keine Schmerzen, weil sich die Umschläge gut entfernen lassen, so dass ein eine bereits neugebildete Hautschicht nicht wieder verletzt wird. Wunden, welche sich über Jahre nicht  heilen liessen, konnten mit Medihoney oft innerhalb weniger Wochen in den Griff bekommen werden (Bonner Uni-Kinderklinik, Kai Sofka)

Honig schlägt Antibiotika bei Sinusitis

Kanadische Forscher fanden heraus, dass Honig sogar gegen die chronische Nasennebenhöhlenentzündung helfen kann. Er attackiert den Biofilm, der die Entzündung der Nebenhöhlen zu einer schwer therapierbaren Krankheit macht. Diese Lebensgemeinschaft diverser Bakterien auf einer dünnen Schleimschicht widersetzt sich jeder Antibiotikabehandlung, so dass eine Entzündung immer wieder aufflackert. 


Medihoney versus gewöhnlicher Honig

Lange Zeit, wurden Wunden mit ganz herkömmlichem Honig behandelt. Man stellte jedoch in sehr seltenen Fällen fest, dass der Honig verunreinigt sein kann, so dass noch zusätzliche bakterielle Infektionen ausgelöst werden können, insbesondere durch sporenbildende Bakterien. Daher hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten der sogenannte Medihoney entwickelt. Es handelt sich um einen Honig, welcher aus Australien und Neuseeland kommt und darauf geprüft ist, dass er nicht durch Verunreinigungen kontaminiert wurde. 

Vorsicht!

Kleinkinder unter 18 Monaten sollten keinen Honig bekommen, denn im Honig sind einige Bakterienstämme aktiv, die vom Säuglingsmagen nicht zersetzt werden können. Im schlimmsten Fall droht eine Lebensmittelvergiftung. 

Anwendung

Honig-Cistus-Tee zur Stärkung der Abwehrkräfte
Den Saft einer halben Zitrone in eine Tasse pressen und einen Esslöffel Honig hineingeben. Einen Esslöffel Cistustee mit einer Tasse kochend heissem Wasser übergiessen, fünf Minuten zugedeckt ziehen lassen und durch ein Sieb auf die Honig-Zitronensaft-Mischung giessen. 1 - 2 Tassen täglich. Dieser Tee schützt vor Infektionen der oberen Atemwege. 

Erkältung
Wer unter Erkältung leidet, sollte einen Esslöffel Honig mit 1/4 Teelöffel Zimtpulver über drei Tage zu sich nehmen. Diese Massnahme wird in den meisten Fällen chronischen Husten und Erkältung kurieren und die Nasennebenhöhlen klären. 

Warme Milch mit Honig
Ein altbekannter Schlaftrunk, der Magen und Sinne beruhigt. Auch gegen Reizhusten hat das süsse Getränk seine Wirkung. Zu diesem Zweck sollte man jedoch auf Ziegenmilch umstellen, da Kuhmilch eine verschleimende Wirkung besitzt, die bei Husten Kontraproduktiv wirkt. Damit der Honig seine vollständige Wirkung entfalten kann, sollte er  nicht zusammen mit der Milch aufgekocht, sonder in die lauwarme Milch eingerührt werden. 

Qualität 

Problematisch ist, dass hierzulande Honig in sehr unterschiedlichen Qualitäten angeboten wird. Als Faustregel gilt, dass der beste Honig möglichst naturbelassen ist. Wichtig ist, dass er ungeklärt ist und nicht über 40 Grad erhitzt wurde, denn dadurch verliert er an Wirksamkeit. 

Ein hochwertiger Honig sollte folgende Anforderungen erfüllen:
  • die Bienen werden nicht mit Zucker gefüttert
  • das Revier der Bienen befindet sich nicht in der Nähe von Industriebetrieben oder in intensiv konventionellen Landwirtschaftsgebieten, die grossflächig mit Pflanzenschutzmitteln arbeiten. 
  • Nur der vollständig gereifte Honig wird gesammelt und bei der Abfüllung nicht pasteurisiert. Verweise wie "kalt abgefüllt" oder "kalt geschleudert" geben Auskunft darüber. 
  • Ein guter Honig stammt von einem einzigen Imker und nicht aus einer willkürlichen Mischung von Honigsorten. 
















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