Mittwoch, 31. Oktober 2012

Herbstzeit ist Quittenzeit

Jetzt ist wieder Quittenzeit. Die birnenförmigen, sattgelben Früchte mit dem herrlichen Duft sind in Europa in den letzten Jahren erfreulicherweise wieder zu neuen Ehren gekommen. Jahrhunderte lang war die Quitte eine hoch geschätzte Frucht, die zu heilkundlichen und kulinarischen Zwecken gleichermassen eingesetzt wurde. Die ursprünglich aus Persien stammende Quitte war in der Antike sehr beliebt; ihr lateinischer Name geht auf die kretische Landschaft zurück, die damals für ihren Quittenanbau berühmt war. Ausser als Aphrodisiakum wurde die Quitte bereits zur Parfümherstellung verwendet. 

Quitten sind reich an Bitter- und Gerbstoffen. Dies macht sie zu einem wirksamen Mittel gegen Durchfallerkrankungen. Des Weiteren wirkt ihr Genuss allgemein verdauungsförderd und appetitanregend. Darüber hinaus enthält die Frucht grosse Mengen an Vitamin C und den Spurenelementen Zink und Jod. Da Quitten sehr eisenreich sind, wirken sie blutbildend bei Anämie. Die Kerne und das Fruchtfleisch sind reich an Pflanzenschleim, welcher sich wie ein Schutzfilm über die oberen Atemwege legt. Ein Sud aus Quittensamen hilft gegen Entzündungen im Atemwegsbereich, da er schleimfördernd wirkt. 

Der häufige Verzerr von gekochten oder getrockneten Quitten ist ein ausgezeichnetes Vorsorgemittel gegen jegliche Form von Rheumatismus, Gelenk- und Muskelrheuma, Gicht, Arthritis, Arteriosklerose und Nasen-, Rachen- und Brustverschleimung. Hildegard von Bingen schreibt: "Der Quittenbaum gleicht der Schlauheit... gekocht oder gebraten ist sie dem kranken und dem gesunden Menschen sehr bekömmlich. Der Rheumatiker esse diese Frucht oft gekocht oder gebraten und sie vernichtet in ihm den Rheumastoff so, dass er weder in seinen Sinnen abstumpft (Cerebralsklerose) noch seine Glieder bricht, noch sie hilflos lässt." Eine Quittenkur sollte mindestens einen Monat lang durchgeführt werden.

Fast alle Teile der Quitte lassen sich als Heilmittel verwenden. Blätter und Samen kann man zu Tee verarbeiten, das Fruchtfleisch als Saft, Mus oder in Honig eingelegt zubereiten. Für alle die es eilig haben, gibt es mittlerweile auch Quitten in Tablettenform, welche gerne als Nahrungsergänzung bei der Hildegard-Fastenkur verwendet werden. 


Rezepte:


Gebratene Quitte nach Hildegard v. Bingen

pro Person:

1 Quitte              in eine Gratinform legen
1 EL Wasser      dazugeben

Bei 160 Grad Heissluft 45 min backen. Auf einem Teller anrichten und mit Zimt und Zucker bestreuen.


Mus

Bedecke die vom äusseren Flaum befreiten, entkernten und klein gewürfelten Quitten mit Wasser und lass sie ca. 20 - 25 min köcheln. Die masse durch ein Sieb steichen. Was hängen bleibt, ist das Quittenmus, der ablaufende Saft kann für Saftrezepte aller Art verwertet werden.


Quittensuppe gegen Bronchitis

Etwa 150 g Quitten schälen und in kleine Würfel schneiden. In 250 ml Wasser weich kochen und durch ein Sieb streichen. Mit etwas Zitronenschale und reichlich Honig abschmecken. Dann wird die Suppe über ein paar Zwiebackstückchen in einen Teller gegossen.


Tee

Einen Esslöffel der getrockneten Samen mit einer Tasse kochend heissem Wasser übergiessen, 10 min, zugedeckt ziehen lassen und dann durch ein Sieb abgiessen; den Tee heiss und schluckweise trinken. 2 bis 3 Tassen pro Tag.















Freitag, 13. Juli 2012

Die Kraft der Pflanzen neu entdecken


Viele Menschen betrachten das was auf der Erde  wächst, als Tierfutter für ihre Hasen, Meerschweinchen usw. Nachwachsende Rohstoffe wie beispielsweise Kartoffeln oder Mais werden nicht mehr verzehrt um unseren Hunger zu stillen, sondern dienen oft der Treibstoffherstellung. Wird unsere nächste Generation Brot überhaupt noch kennen, wenn wir unsere Grundnahrungsmittel immer mehr zweckentfremden? Vielleicht ist dieser Gedanke gar nicht so abwegig und wir stillen in Zukunft unseren Hunger mit einer vom Pharmakonzern hergestellten Superpille die uns mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt.

In diesem Zusammenhang kommt mir des Öfteren die Sage von der Stadt Vineta in den Sinn. Eine schöne und reiche Stadt hoch oben am Meer. Den Bewohnern dort ging es so gut, dass sie ihr Getreide verheizten. Doch eines Nachts kam eine riesige Springflut und radierte die ganze Stadt aus. Nur wenn es ganz still ist, hört man das läuten der Kirchenglocken in der Tiefe.

Was hat das mit uns zu tun, werdet ihr fragen? Nun ja, unser Umgang mit Mutter Erde, so scheint mir, ist nicht viel besser. Oder was sagt ihr dazu, dass es Bauern gibt, die ihr Gemüse unmittelbar nach dem Pflücken auf den Müllplatz bringen, um durch die künstliche Verknappung einen höheren Preis zu erzielen?

Völker früherer Zeiten, denen unser naturwissenschaftlicher Hintergrund noch fehlte, betrachteten unsere Welt noch mit anderen Augen. Sie waren noch ein Teil der Natur und waren dankbar über die Nahrung, das reine Wasser und die saubere Luft. Viele Erkenntnisse und Einsichten dieser Menschen sind uns, infolge unseres Analysierens und Experimentierens verloren gegangen. Früher galt es als Selbstverständlich, dass die Blumen, Bäume und Gräser von Feen und Elfen bewohnt waren. Man bat sie beispielsweise um die Blätter des Salbeis, wenn Halsweh aufkam. Heute gehört das für Menschen mit gesundem Menschenverstand alles ins Reich der Fantasie.

Doch alle Völker hatten ihre Geschichten und Mythen von Sträuchern, Bäumen und Blumen. 

Viele Mythen sind schon sehr alt und zeigen uns ein Zusammenleben von Mensch, Tier und Pflanze, welches sehr eng gewesen sein muss. Gerne bringe ich euch eine solch alte Geschichte über die Wegwarte näher, in der meines Erachtens sehr viel Weisheit steckt. Für mich hat die Blume mit ihrem geheimnisvollen Blau etwas romantisches und zugleich auch etwas hoffnungsvolles. Vor sehr langer Zeit wartete eine junge Frau auf die Rückkehr ihres Geliebten. Jahr für Jahr, egal ob die Sonne schien ob es regnete oder schneite, sie wich nicht vom Strassenrand. Die Menschen, die an ihr vorbeizogen, schüttelten nur ihre Köpfe und empfanden es als Zeitverschwendung. Trotzallem brachte man sie nicht vom Strassenrand ab. Als sie allmählich ergraute, wurde sie von den Göttern in eine blaue Blume verwandelt und bekam als Lohn fürs Warten die Gabe andere zu heilen. 
In der bekannten Bachblüten-Therapie wird die strahlende Seelenkraft der Wegwarte heutzutage bei besit­zergreifenden und zu Selbstmitleid neigenden Menschen, die viel Liebe, Mitgefühl und Auf­merk­­samkeit brauchen, eingesetzt.
Leider gibt es nicht nur wunderbare Mythen, die uns etwas über die Kräfte der Pflanzen mitteilen möchten, sondern es gibt auch immer wieder Irrtümer, welche anscheinend nicht auszurotten sind. Ich denke da an Missverständnisse über Wirkungen, welche auch in Kräuterbüchern immer wieder zu finden sind. Ein Klassiker ist z.B. das Märchen vom Spinat. Entsprungen ist es in Amerika in den 1930igern. Spinat wächst sehr gut auf ausgelaugten Böden und wurde zu diesem Zweck grossflächig angebaut. Nun muss dieses Gemüse aber auch wieder unters Volk verteilt werden. Dieses Problem konnte durch die Comicfigur Popeye gelöst werden. Um diese grüne Pampe lukrativ zu verkaufen, wurden Analysen geschrieben. 100 g Spinat enthält 5 mg Eisen. Beim Abschreiben jedoch, schlich sich ein fataler Fehler ein, und so kam es, dass noch heute in vielen Tabellen 50 mg angegeben werden. Ob mit Absicht oder aus Schlamperei, dies sei mal hingestellt.

Ein trauriges Schicksal widerfuhr beispielsweise dem Wallwurz. Ein uraltes, sehr gut bewährtes Knochenheilmittel. Da nach wissenschaftlichen Untersuchungen geringe Mengen von Pyrrolizidin festgestellt wurden, wurde er aus den meisten Heilsalben herausgenommen. 
Doch unsere Abhängigkeit von wissenschaftlichen Studien, ist noch lange kein Beweis dafür, dass wir weniger naiv sind als unsere Vorfahren. Im Gegenteil: Wir sind so wundergläubig wie eh und je, einfach auf eine andere Weise. 
Unsere hochgepriesenen Mittel gegen Schmerzen, Entzündungen usw. kommen aus Pharmakonzernen. Anstatt an Zauber glauben wir an die Unfehlbarkeit unserer modernen Untersuchungsmethoden, an die wundersame Brotvermehrung durch die Gentechnik oder an das Sakrament von Impfungen. Die Zeiten der einfachen Pflanzenkräuter und deren Heilwissen geht dem Ende zu. Jedenfalls scheint dies bei unseren einheimischen Pflanzen der Fall zu sein. Doch bereits schon Paracelsus als auch Edward Bach sahen zu Lebzeiten den Zusammenhang zwischen Herkunft und Wirksamkeit der Pflanzen. Paracelsus schrieb zu diesem Thema: 
„Einem jeglicher Land wächst seine Krankheit selbst und auch seine Arznei selbst.“
 Aber in unserer modernen Zeit, ist man schnell auf einem anderen Kontinent. Gut möglich, dass die Zeit reif ist, für ein sowohl-als-auch. Klar ist jedoch, dass wir in einer sehr unruhigen Zeit des Umbruchs leben. Fragen, die längst gelöst schienen, werden neu diskutiert und hinterfragt. Meines Erachtens ist man da gut beraten, einmal eine eigene Bestandsaufnahme durchzuführen. Fragen zu klären wie beispielsweise, wie steht es damit, eigenständige Entscheidungen zu treffen? Zur „besten Medizin, den besten Ärzten“ unser ganz persönliches Ja oder Nein zu sagen? Sich selbst zu lieben, auch wenn man nicht die Traummasse 90-60-90 hat. Funktioniert sie noch, die Stimme eurer Intuition. Durch die Fluten an Nachrichten, Informationen und Meinungen wird es uns sehr schwer gemacht, zu unserer inneren Mitte zu finden, wo wir uns keine Maske mehr aufsetzen müssen, wo wir etwas schlecht finden dürfen, auch wenn es der letzte Schrei ist. Die Gefahr der Fremdbestimmung ist gross. Schon lange haben wir unsere Eigenverantwortung an die Ärzte abgegeben. Kein Wunder – wer kann sich hierzulande noch gesund fühlen, wenn jährlich über hundert neue Krankheiten entdeckt werden? Bin ich noch ein vollwertiger Erdbürger, weil ich momentan Verdauungsprobleme habe? Entspreche ich noch den Anforderungen, wenn ich mich nicht gegen die Schweinegrippe impfen lasse; und Alltagsbeschwerden mit Johanniskraut und Ringelblume kuriere; und mich nicht bei jedem Schnupfen zur Antibiotikakur entschliesse?

Eigentlich schmecken mir morgens meine selbstgebackenen Marmeladebrötchen besser als Kellogs. Und eine Tasse Tee von meinen selbstgesammelten Lindenblüten ist sicher genussvoller als ein Kunstfruchtjoghurt von Hirz und Co. Benötigen wir wirklich diese ganzen „wants“ und „needs“, welche uns eine intakte Welt vorgaukeln, in der es fast schon als kriminell gilt, eine Falte im Gesicht zu haben? Vielleicht sollte ich anstelle eines shoppings, wieder einmal in den Wald gehen um Hagebutten, Brennesseln und Weissdorn zu sammeln. Einfach wieder einmal ein Stündchen bei Mutter Natur verbringen. Mich an eine alte Eiche lehnen und seine Kraft spüren. Mit Sicherheit hilft das meinem Immunsystem mehr als eine Schachtel Vitamintabletten. Für einen Augenblick die Nachrichten, den Wetterbericht usw. vergessen. Einfach im Gras sitzen und hören, wie der Wind weht und die Vögel zwitschern. Daheim sein in mir, in meiner Welt, die gross genug ist für einen Moment des Glücks.

Mittwoch, 20. Juni 2012

Ohne Bienen, kein Leben


Foto: Ikordela/Shutterstock
“Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch 4 Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr”,  sagte damals schon Albert Einstein. Seit Ende April dieses Jahres hat nun Nature & More zusammen mit Netzwerk Blühende Landschaft die Kampagne “Bienen lieben Bio” gestartet. Bis Juli werden 400.000 Tütchen mit biologischen und bienenfreundlichen Samen in Deutschland, Holland, Belgien und Schweden verteilt. Mitmachen und eine ganz persönliche “Bienenweide” – egal ob im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank säen!
In den Niederlanden wird im Rahmen der Aktion der beliebte 1000 km  “Kartoffelweg” genannte Fahrradweg, der an Bauernhöfen entlang und durch die Landschaft führt, in einen “Bienenweg” umgewandelt. Mehr als Tausend Verbraucher haben sich schon dazu entschlossen, die Blumensamen am Weg entlang auszusähen.
Hintergrund: Honigbienen, Hummeln und Schmetterlinge erfüllen eine wichtige Rolle bei der landwirtschaftlichen Erzeugung, denn nahezu ein Drittel aller Lebensmittel ist abhängig von ihrer Bestäubung. Doch der Lebensraum der Honigbiene und anderer Blütenbestäuber ist bedroht. Immer mehr Populationen von Wildbienen und Schmetterlingen sterben aus und Imker verlieren alljährlich viele Bienenvölker.
Dafür gibt es drei wesentliche Gründe:
  • die Verwendung von Insektiziden in der konventionellen Landwirtschaft
  • der Verlust der Artenvielfalt
  • die Verbreitung von Krankheiten als Folge der Globalisierung.
Aber auch die Art und Weise der Bienenhaltung hat einen grossen Einfluss.
Ökologische Landwirte engagieren sich für den Schutz von Honigbienen, Hummeln und Schmetterlingen. Sie wirken der dramatischen Entwicklung entgegen, indem sie Biodiversität fördern, auf den Einsatz von chemischen Düngemitteln (u.a. Neonicotinoide) verzichten und so genannte Trachtpflanzen – Pflanzen, die Pollen oder Nektar spenden –  in ihre Fruchtfolge einbauen. Sie gestalten blühende Landschaften, wo sich Menschen und Tiere wohlfühlen.

Bild: Wikipedia

Sonntag, 10. Juni 2012

Selbstverantwortung übernehmen

© by Think_Good
Heute ist der Tag, an dem ich mir bewusst bin, dass ich selbstverantwortlich bin, für alle meine Gedanken, Gefühle und Handlungen. Ich bin mir bewusst, dass meine unerfüllten Erwartungen, die ich an mich, andere Menschen und an Situationen habe, die eigentliche Ursache aller meiner Probleme, Entäuschungen und Ärger sind.
Ich bin die Ursache aller meiner Probleme und deshalb bin ich allein verantwortlich und fähig für deren Lösung.
Ich bin allein verantwortlich für die Art und Weise, wie ich auf meine Umwelt, auf Menschen und Situationen in meinem Privat- und Berufsleben reagiere… und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben.
Ich höre auf damit, andere Menschen verantwortlich für meine Probleme zu machen, für meine Gefühlsreaktionen, für meine Reaktionen gegenüber meinen Arbeits- und Lebenssituationen.
Ich verzichte darauf, andere zu beschuldigen, wenn Situationen für mich unangenehm werden. Ich erkenne, dass ich mich damit abhängig mache und mein Handeln lähme. Ich bin nicht Opfer meiner Umstände.
Ich bin selbstverantwortlich. Und das gibt mir die Kraft und Energie zu handeln, um Situationen zu verändern, wenn sie mir nicht behagen.
Wenn ich Fehler begehe, werde ich mich nicht rechtfertigen, nach Ausflüchten und Alibis suchen. Ich werde meine Zeit nicht mit endlosen Reden, Rechtfertigungen und Schuldverschiebungen verbringen. Ich werde sofort handeln, um Fehler zu korrigieren. Ich werde nicht darauf warten, dass sich andere Menschen verändern. Ich werde nicht darauf warten, dass Verhältnisse besser, gerechter oder liebenswerter werden. Ich lebe heute. Ich alleine fühle mich verantwortlich für die Welt, in der ich lebe. Ich selbst werde durch mein Handeln zu Veränderungen beitragen.
Ich werde darauf verzichten, von anderen Menschen Rechtfertigungen zu verlangen oder ihnen die Gelegenheit geben, auf andere Schuld zu schieben. Ich bin an Handlungen orientiert.
Heute ist der Tag, an dem ich mir bewusst bin, dass ich selbstverantwortlich bin für alle meine Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen.
“Nur der Unwissende wird böse – der Weise versteht”


Autor unbekannt.

Sonntag, 25. März 2012

Hildegard von Bingen Teil 3: Birnen-Honig-Kur zur Entschlackung und Kubeben-Pfeffer zur Förderung des aktiven Geistes


Manchmal muss man auch mit lieb gewordenen Gewohnheiten brechen, wenn die Gesundheit es erfordert. Eine der grössten Überraschungen liefert Hildegard von Bingen zum Thema Birne. Seit ich die Ernährungsgewohnheiten auf ihre Erkenntnisse abgestimmt habe, essen wir daheim keine rohen Birnen mehr. Warum? Weil die Birne in gekochtem Zustand der Gesundheit zuträglich ist, ja, sogar heilen kann, und zwar in Verbindung mit Honig und einigen kräftigen Wurzeln.

Rohe Birnen können gemäss Hildegard allerlei anrichten: »Die Birnenfrucht ist schwer, gewichtig und rauh. Wird sie roh übermässig gegessen, macht sie Kopfweh und Dämpfigkeit in der Brust, da sich vom Birnsaft etwas in der Brust niederschlägt und angezogen wird, wobei sich der Saft auch in der Leber und Lunge gleich Bleisinter wie Weinstein verhärtet. Deshalb entstehen in der Leber und in der Lunge oft grosse Leiden. Wie ein Mensch manchmal schon vom Gebrauch des Weines satter wird, so mischt sich auch der Birnsaft unter den Atem, der davon rauh wird. Darum atmet auch einer schwer, nachdem er rohe Birnen ass, woraus manchmal viele Schwächen in seiner Brust entspringen.« (H. v. B.)


Bärwurz-Birnen-Honig-Kur
Wer also Birnen essen will, soll dies besser gegart tun. Wer Probleme mit Leber oder Lunge hat, soll gänzlich auf rohe Birnen verzichten. Hildegard von Bingen empfiehlt allerdings wärmstens gegarte Birnen – mit Honig. Gekocht seien sie besser als gebraten, »weil das Wasser den in ihnen enthaltenen Saft allmählich auszieht, das Feuer aber heftig wirkt und beim Braten nicht allen Saft entzieht«.

Wer meint, durch das Kochen gingen alle Vitamine verloren, der sei getröstet. Das Köcheln auf kleiner Flamme bewahrt viel Gesundes, während natürlich ein lautes, heftiges Brodeln das Gute in den Sud zieht. Die gekochte Birne wird zu Mus gedrückt, mit Honig vermischt, und das Birnhonigpulver, bestehend aus Bärwurzfenchel und Süssholzwurzel, darunter gemischt. Die ätherischen Öle des Bärwurzfenchels und die Galgantwurzel-Scharfstoffe regen die Sekretion der Verdauungssäfte an und können so eine innere Reinigung bewirken. Fertig ist die Birnhonigkur. Sie isst man am besten drei Mal am Tag in kleinen Portionen, und sie ist »wertvoller als Gold, denn sie reinigt den Menschen innerlich, wie, wenn man einen Topf vom Schimmel reinigt.« (H. v. B.)

Die Bärwurz-Birnen-Honig Kur ist die beste Therapie. Sie ist das kostbarste Heilmittel, besser als Gold, und sie beseitigt die (normalerweise unheilbare) Migräne, reinigt den Körper von allen schlechten Säften und den Darm von seinem Schimmel (Hefepilze, Sprossenpilze). Alle Krankheiten beginnen im Darm durch eine gestörte Darmflora, wobei die Darmschleimhaut entzünden kann, porös wird und Bakterien, Pilze, Viren und Allergene durch die Darmschleimhaut ins Blut gelangen. Die körpereigene Abwehrkraft produziert fast einhundert Abwehrstoffe gegen die Eindringlinge, um eine Sepsis zu verhüten. Zu viele Abwehrstoffe im Blut können jedoch sämtliche Körperzellen und Organe autoaggressiv angreifen und die in der Schulmedizin "unheilbaren" Autoaggressionskrankheiten auslösen. Durch eine Darmsaniereung mit dieser Birnen-Honig-Kur, sind wir in der Lage die Ursachen zu beseitigen und die normalerweise unheilbaren Krankheiten auszuheilen. Dies ist eines der grössten Erfolge der Hildegardmedizin! Die genaue Zubereitung, Einnahme und Dauer entnehmen Sie diesem Link

Die Mischung gibt es oft schon fertig zum Kauf angeboten z.B. von der Firma Jura in Konstanz oder in Drogerien und Apotheken. Ich habe ein selbst zubereitetes Mittel, das mit diesem Gewürz hergestellt wurde benutzt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Sein Geschmack ist etwas gewöhnungsbedürftig, leicht scharf und oft führt die Einnahme zu leichtem Durchfall. Dies ist jedoch ein gutes Zeichen, da es regelrecht die Giftstoffe aus unserem Magen-Darm-Trakt "herausputzt". Man spürt eine ganz deutlich entlastende Darmwirkung. Anschliessend empfiehlt sich, den Aufbau der natürlichen Darmflora mit probiotischen Produkten (bspw. Lactobact) zu unterstützen.

Wer seinen Körper entschlackt und reinigt, sollte natürlich auch etwas für den Geist tun. Heiterkeit und eine reine Auffassungsgabe sind ein gutes Grundgerüst dafür. Auch für diese überlebenswichtige Angelegenheit hat Hildegard von Bingen hilfreiche Empfehlungen: Zum Beispiel Kubeben. Kubeben sind seit der Antike als Heilmittel verwendet worden und werden heute noch im Osten, doch zunehmend auch in Europa, sehr geschätzt. Sie wirken schleimlösend und werden auch in Mitteln gegen Atembeschwerden eingesetzt. Gleichzeitig steigern sie die Gedankenkraft und bereiten gute Laune.

Kubeben sind Pfefferpflanzen, sie haben antiseptische Eigenschaften. In der Volksheilkunde finden die getrockneten Früchte unter anderem Verwendung bei entzündlichen und bakteriellen Erkrankungen der Harnwege, bei Kopfschmerzen und Gedächtnisschwäche. »Kubeben führen roh gegessen zu einer heiteren Gemütslage und machen eine reine Auffassungsgabe und Geschicklichkeit« (H. v. B.)

Die Energie der Kubeben-Tabs wird beim Genuss durch ein herb-kühlendes Gefühl im Mund spürbar. Besonders geeignet sind sie daher für Situationen, in denen, ob von Jung oder Alt, erhöhte geistige Aufmerksamkeit gefordert wird: in der Schule, im Studenten- oder im Berufsleben.

Die Empfehlungen der Klosterfrau Hildegard von Bingen basieren auf den Naturprodukten dieser Erde. Der bekannte Hildegard-Heilpraktiker Wighard Strehlow schreibt: »Lebensmittel sind Mittel zum Leben, mit denen wir die Gesundheit optimal erhalten oder sie wiederherstellen können. Daher darf man die Auswahl nicht dem Zufall oder der Gewohnheit überlassen. Hildegard von Bingen gibt in ihrer Naturheilkunde über 2'000 Heilmittel-Beschreibungen, Ernährungshinweise und Regeln für eine gesunde Lebensführung.«

Wer sich mit Hildegard beschäftigt, wird schnell fasziniert sein von der grossen Heilkraft ihres Wissens, das einst aus dem Lichte kam.

Wildpflanzen in unserer Ernährung



Wildpflanzen sind die Ahnen aller Kulturpflanzen und begleiten uns seit Urzeiten praktisch unverändert. In der Nahrungsgeschichte sicherten sie über Jahrtausende das Überleben der Menschen. Das Wissen um die Beschaffung und Zubereitung von pflanzlicher Nahrung aus der Natur war die „Lebensversicherung“ unserer Vorfahren.  In jüngster Zeit finden sie wieder zunehmend ihren Weg auf unseren Speiseplan.

Die Natur schenkt uns durch die Wildpflanzen einen unermesslichen Reichtum an lebenswichtigen Substanzen. Zwar sind sie oft kleiner und unscheinbarer als ihre kultivierten Nachkommen, bei deren Züchtung oft mehr Wert auf äussere Komponenten wie Grösse und Aussehen gelegt wurde als auf innere Werte. Immer aber ist ihr Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen etc. viel höher als bei ihren kultivierten Nachkommen - selbst wenn letztere aus biologischem Anbau stammen. Sie sind in Zusammensetzung und Zusammenspiel der einzelnen Komponenten so weise und in Hinblick auf den menschlichen Organismus so synergetisch angelegt, dass es, so glaube ich, kein besseres Konzept gibt, was effektive und naturgerechte Ernährung angeht.

Wildpflanzen stellen auch eine preiswerte Alternative für Menschen dar, die sich gesund ernähren wollen, für die Biokost aber aus finanziellen Gründen nicht immer erschwinglich ist - was in der gerade angebrochenen wirtschaftlichen Krisenzeit noch an Bedeutung gewinnen könnte. Wer sich also regional orientiert und saisongerecht ernähren sowie genmanipuliertem Saatgut und synthetischen Zusatzstoffen aus dem Weg gehen möchte, dem ist eine vertiefte Beschäftigung mit dem reichhaltigen Angebot an essbaren Wildpflanzen in seiner unmittelbaren Umgebung sehr zu empfehlen.

Wenn wir nun, z.B. durch die Folgen der Krise gezwungenermassen, altes Wissen zu den Nähr- und Vitalstoffen wildwachsender Pflanzen in der Zukunft wieder einsetzten wollen:
  • Wie könnte eine Ernährung auf der Basis selbst gesammelter, einheimischer Wildpflanzen aussehen?
  • Muss man dazu Botaniker sein?
  • Wäre solch eine Ernährung nicht zu einseitig?

Essen als Medizin
Essbare Wildpflanzen bieten im Vergleich zu gezüchteten Kulturgemüsesorten oft  ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Ausserdem sind sie reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen wie ätherischen Ölen, wertvollen Bitterstoffen und Enzymen. Besonders Brennnessel, Löwenzahn und Vogelmiere zeichnen sich durch konstant hohe Konzentrationen an Vitalstoffen aus. Da sie oft in Massenbeständen vorkommen und über viele Monate hinweg gesammelt werden können zählen sie zu den wichtigsten essbaren Wildpflanzen.

Wildpflanzen bieten so viele Vitalstoffe, dass es eigentlich unnötig ist, Umwege über exotische Heilmethoden und Esskulturen zu machen, um für sich das Prinzip "Essen als Medizin" umzusetzen. Als Beispiele seien die Bitterstoffe und die Salicylate genannt, die in vielen Wildpflanzen reichlich vorhanden, in Kulturpflanzen dagegen vor allem aus geschmacklichen Gründen nahezu weggezüchtet worden sind. Bitterstoffe wirken u.a. verdauungsfördernd und immunstärkend, regen Fettverbrennung und Insulinproduktion an. Fehlende Bitterstoffe in der konventionellen Nahrung haben drastische Folgen wie Übergewicht und Stoffwechselkrankheiten. Zu den Salicylaten (in synthetischer Form der Wirkstoff von Aspirin) möchte ich Dr. Günter Nöll (Wien) zitieren (www.a-community.at/Wildpflanzen):

"Der Gehalt an natürlichen Salicylaten ist in Wildpflanzen erstaunlich hoch und weit verbreitet: Pflanzen benutzen sie für ihren eigenen Schutz gegen Verletzungen, gegen Krankheiten und vorzeitiges Altern. Unsere steinzeitlichen Vorfahren, die sich wesentlich von solchen Wildpflanzen ernährten - und unser eigener Körper ist ja im wesentlichen immer noch an jene steinzeitliche Lebensweise optimal angepasst, nicht etwa an unsere moderne - dürften also ganz automatisch ihr "tägliches Aspirin" zu sich genommen haben. Macht uns der eklatante Mangel an diesen anscheinend essenziellen Nährstoffen, den Salicylaten, in der Tat anfälliger für Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall und Alzheimersche Krankheit, weil uns dieser lebenslange Schutz vor Zellschäden und chronisch entzündlichen Prozessen mehr und mehr abhanden gekommen ist?"

Zusammenfassend lässt sich also feststellen: essbare Wildpflanzen bieten das ganze Jahr über eine gesunde und preiswerte Bereicherung unseres Speiseplans. Auch die Versorgung mit Kohlenhydraten, Fetten und Eiweissen lässt sich aus diesen natürlichen Quellen gewährleisten. Eine Ernährung auf Basis von essbaren Wildpflanzen ist zudem gesund, vollwertig und reichhaltig, kann abwechslungsreich zubereitet werden und geschmacklich ausserordentlich befriedigen.

Voraussetzung für den Einsatz dieser wertvollen Lebensmittel in der Küche ist neben einem gewissen zeitlichen Aufwand lediglich das sichere, zweifelsfreie Erkennen von essbaren wilden Pflanzen und Wildfrüchten sowie das Wissen, wann und wo welche Teile der Wildpflanzen gesammelt und verwertet werden können. Dazu ist es jedoch nicht notwendig ein Botanik-Studium zu absolvieren oder mit komplizierten Pflanzenbestimmungsbüchern loszuziehen. Es genügt völlig einige für die Selbstversorgung geeignete Arten genau kennen zu lernen. Hilfreich ist es zudem, sich mit althergebrachten Haushaltstechniken wie zum Beispiel dem Dörren oder milchsauren Einlegen von Obst, Gemüse und Kräutern zu beschäftigen. Eine Vorratshaltung auf Basis dieser Methoden kommt fast ohne elektrischen Strom aus und die Anschaffung der dazu notwendigen Küchengeräte ist vergleichsweise günstig. In den folgenden Posts werde ich Ihnen einige nützliche essbare Wildpflanzen vorstellen.

Hagebutte bzw. Hundsrose



Unter den Wildpflanzen gilt sie als Königin der Beeren, wobei die Hagebutte – auch Hundsrose genannt – botanisch gesehen zu den Sammelnussfrüchten gehört. Der Name der Hundsrose leitet sich aus ihrer früheren Verwendung ab. Bissverletzungen durch tollwütige Hunde wurden mit dem Wurzelsaft der Rosa canina behandelt. Sie wird auch Hagrose, Hiefenstrauch oder wilde Heiderose genant. Sie wächst gern an Waldrändern, in Gebüschen und bildet zusammen mit Holunder, Schlehe und Weissdorn dichte Hecken. 

Die Bezeichnung für die Hagebutte hat ihren Ursprung in dem mittelhochdeutschen Wort „Hagen" das bedeutet Dornstrauch. Je nach Landstrich nennt man die Früchte auch Butzen, Hainbutte oder Heinzerlein. Wilde Rosen gibt es schon viel länger, als uns Menschen. Im Pariser Rosenmuseum bezeugen Funde von versteinerten Pflanzenteilen, dass Rosen schon vor 25 bis 30 Millionen Jahren existierten. Ein noch lebendes imposantes Exemplar der Rosa canina wächst an der Aussenwand der Grabkapelle des Hildesheimer Doms. Er ist 13 m hoch und wird bereits in einer Urkunde aus dem 11. Jahrhundert erwähnt.

Die Hagebutte ist schön anzusehen, hat ein einzigartiges Aroma und ist ausserdem mit wertvollen Ingredienzien üppig gefüllt. Dieses kleine Kraftpaket enthält Vitamine, Mineralien, ätherische Öle, Eisen, Karotin, Pektin und Apfel-, Gerb- und Gallensäuren.

Mit Hagebuttentee können wir aktive Vorbeugung gegen Erkältungen betreiben, denn die Früchte haben den höchsten Vitamin-C-Gehalt ( bis zu 1.500 mg in 100 g frischer Frucht) unserer einheimischen Pflanzen. Weiterhin gibt es eine nachgewiesene Wirkung auf die Nebennierenrinde und damit auf die Hormonproduktion und die Fruchtsäuren und Pektine wirken leicht abführend.

Sie enthält Vitamin A, das unsere Sehfähigkeit, Haar-, Haut-, Knochenwachstum und Zähne positiv beeinflusst. Ebenfalls Vitamin B1, das besonders unseren Nerven zugute kommt. Weiterhin Vitamin E, das als Antioxidans den Organismus vor freien Radikalen schützt. Ihr hoher Mineralstoffgehalt setzt sich zusammen aus 50 % Kalium und 50 % Eisen, Magnesium, Natrium und Schwefel, die überwiegend in Form von Salzen mit basischem Charakter vorkommen.

Sammeln Sie doch mal auf Ihrem nächsten Spaziergang ein paar Hagebutten, die äussere Fruchtschale können Sie trocknen oder für Hagebuttenmark nutzen. Die Kerne selbst brauchen Sie nicht wegzuwerfen, es ist viel Vanillin enthalten. Daraus können Sie einen leckeren Tee herstellen, der auch gegen Gicht und bei Nierensteinen angewendet werden kann. Dazu setzen Sie am Abend die Kerne in kaltem Wasser an, lassen sie über Nacht stehen und kochen am nächsten Morgen den Tee, vergessen Sie aber nicht, vorher die Haare abzuwaschen, sie dienten den Kindern früher als Juckpulver.

Hagebuttenlikör
Hagebutten sammeln, die dürfen schon etwas weicher sein, je reifer sie sind, desto weicher werden sie und ausserdem werden sie weich, wenn sie Frost bekommen haben, sie sind dann allerdings nicht mehr so leicht zu ernten, mit einer Nagelschere geht es aber ganz gut und es lohnt sich, da dieser Likör sehr lecker ist.

Butten in ein Glas füllen, ungefähr 1/3 des Gesamtvolumens, kann auch mehr sein und dann mit gutem Alkohol z.B. Bio-Korn auffüllen. An einem warmen Ort, z.B. in der Küche auf dem Schrank, ziehen lassen, immer wieder das Glas schütteln, am Besten 1 Jahr lang, dann den Ansatz abseihen und eventuell etwas Rohrohrzucker dazufügen, muss aber nicht sein, da dieser Likör jetzt noch mal reifen darf und je länger er reift, umso süßer wird er und natürlich auch leckerer.

Eine weitere Variante ist, eine Prise Bourbounvanillie hinzuzufügen. Die Kerne der Hagebutte haben ein ganz sanftes Vanillie-Aroma und ein wenig kann man das noch heben - wie gesagt, je länger er reift, desto köstlicher wird sein Geschmack und auch die Konsistenz verändert sich in Richtung Sherry, etwas ölig.

Hagebuttenmark
Hagebutten sammeln, wie bei Hagebuttenlikör, in einem Topf knapp mit Wasser bedeckt köcheln lassen, je reifer sie sind, desto kürzer ist die Garzeit, dann das Ganze mit einem Pürierstab pürieren und durch ein Sieb rühren, in dem die Kerne und Blüten übrigbleiben. Dieses Mark mit Rohrohrzucker und Agar-Agar zu einem Gelee kochen und heiß in Twist-off Gläser füllen, schmeckt herrlich aufs Butterbrot, heiß über Vanillie-Eis und als raffinierte Zugabe für eine fruchtige Tomatensauce, die auch Kindern schmeckt.